(c) Karin Löffler

 

 DIE BRÜDER

 

Presse und Links

Artikel | Bilder

Alle Artikel im Format .jpg 800xX pix - zum Download rechte Maustaste "Bild speichern unter..."
Ansicht in Originalgrösse mit Resize-Button (MS IE>5.1) oder in Standardansicht (Firefox)

Trying To Remember How To Forget

"LP der Woche" @ Plattenpräsentation (Kurier)
Trying To Remember Die Brüder (Wiener Zeitung)
Eine Nacht fürs Chelsea (Kurier)
Der Weg nach oben (Krone)
Prominenten-Tip (W. Gröbchen / Ö3 Musicbox)
Newcomer des jahres - Die Unscheinbaren (Basta)
Genug Gründe, die Brüder zu lieben (Mailer)
Herzliche Verfechter der Zuversicht (Falter)
Die Brüder - Plattenkritik (SPEX)
Home Is Where the Heart Is (Big Beat)
Herzlich, beredt und zuversichtlich (SPEX)
Naiv, aber angenehm (Music Express / Sounds)
Ohne Frage eine sehtr gute Platte (Sounds)
Rockkarriere auf Einladung (AZ)
Die Brüder & Die Lolitas (Wr. Festwochen)

Time Is the Killer

"LP der Woche" @ Plattenpräsentation (Kurier)
Ein intelligentes Produkt (Die Presse)
Melancholie der Brüder (Krone)
Die Platten-Brüder (Ganze Woche)
Von Dümmlichkeit absetzen... Die Brüder schaffen es (Mailer)
In einem anderen Land (Kurier)
Jetzt gehts los (Ganze Woche)
Dem Underground entwachsen - 2. LP-Meisterwerk (Z-Club)
Die Brüder im Londoner Marquee (Krone)
Brüder-Show in London abgesagt (Krone)
Die Brüder bleiben vorne (Kurier)
Top Tip im U4 (Kurier)
Sanfter Weg zur Popularität (Krone)
Inside London - Die Brüder (Wiener)
Die Brüder & Marc Almond (Wr. Festwochen)
Trotz und Resignation (Kurier)

Different Kind Of Truth

Irgendwie dazwischen (Kurier)
Brüderlicher Kompromiss (AZ)

Nachlesen

"Mentoring".
Martin Blumenau Journal '07: KW 46, Donnerstag

FM4
2007

[ ...] Ein wichtiger Punkt beim Mentoring ist, dass man sich nicht verunsichern lassen darf. Denn egal, was man da tut, wen man fördert, mit wem man sich aus welchen Gründen mehr beschäftigt: es wird immer Beleidigte, solche die sich übergangen fühlen oder offen neidisch-feindselige geben. Ab einem gewissen Grad dieser (offen oder versteckt) geäußerten niederen Instinkte (die, glaube ich, bei den Katholiken auch als Todsünde gelten) kann man offen im Charakter der Neider lesen - auch eine wertvolle Erfahrung.

Mir ist dann die Geschichte der ersten österreichischen Popband modernen Zuschnitts eingefallen. Sie hießen Die Brüder, hatten eine Lebensdauer von 1985 bis 90 und waren eine Vorstudie für das, was sich heute noch auf der Suche nach dem perfekten Popsong befindet, waren Indie und Alternative, ehe es diese Begriffe noch gab. [ weiterlesen... ]

[zurück]

   
 

Trying To Remember die Brüder
Die großartigste Popmusik einer österreichischen Band bis zum heutigen Tage

Wiener Zeitung
2000

1987, als der Großteil der österreichischen Popmusik wie eine Mischung aus kanadischem 70er-Jahre-Pop und billigstem Elton John-Kunsthandwerk für arme Leute klang, also ziemlich zahm und ebenso lahm, daß sie selbst der mediokren Pop-Journaille gefallen konnte, deren begnadet-tauben, treffsicheren Sinn für das Mittelmäßige man wirklich nur mit größter Mühe erdulden konnte, veröffentlichten die Brüder Wörister (Boris und Mark) ihr Debütalbum "Trying To Remember How To Forget" - die großartigste Popmusik einer österreichischen Band bis zum heutigen Tage.

Große Gefühle, schwermütige Akkorde, rebellische Attitüde - die Sprache der jugendlichen Melancholie. An den Brüdern - Marc Punc (Wörister, Vocals), Boris Wörister (Guitar, Backing Vocals), Willy Brumec (Keyboards), Gerrit Karobath (Bass), Gernot Butschek (Drums & Backing Vocals) - war aller Austro-Pop glücklicherweise vorbeigegangen; die musikalischen Einflüsse und Vorbilder reichten von R.E.M. über die Bollock Brothers bis hin zum Liverpool-Pop der Smiths und ähnlich gearteter Bands. Die bunten Blumen auf dem Cover verhüllen melancholisch angehauchten Gitarrenpop wie auch jugendlich-forsche Rebellions-Attitüden.

Boris, der ältere der Wörister-Brüder, der bei allen zehn Songs für Text und Musik verantwortlich zeichnet, war nicht nur der ruhende, ausgleichende Pol der Band, sondern brachte auch deren zärtliche, sanfte und einfühlsame Se(a)ite stärker zum Klingen. Das Leiden an der Welt wird bei ihm und seinen Songs zu einer sanften Umarmung. Sein jüngerer Bruder, Marc (Punc) Wörister wirkte dagegen wie ein ewig zorniger James Dean-Epigone aus der Wiener Vorstadt, der im Studio wie auch auf der Bühne geschickt das Tempo variierte und so die rebellisch-aufmüpfige Note der Brüder stärker in den Vordergrund rückte.

Schon der Eröffnungssong des Albums "Feet Don't Fit" gibt den musikalischen Weg vieler Stücke vor: trockene Gitarren, perfekter Rhythmus und Marc Wöristers genuiner Gesang. So folgen wahrhafte Pop-Perlen wie das beschwingte "Suddenly She's Happy Again", das dezent-melancholische "All Those Years" ("remembrance is a bad disease / she does not like anniversaries / where did she lose all those years"), das vorwärtsdrängende "Let's Pretend To Be Happy", sowie das subtil-subversive "Nothing To Be Sure Of". Songs, aufgebaut auf schlichten Ideen, die aber mit größtem Stilwillen, Klarheit des Bewusstseins und verblüffender Intensität umgesetzt wurden und heute, dreizehn Jahre später, noch so frisch wie am ersten Tag klingen.

Aufgrund der offensichtlichen R.E.M.- und Smiths-Vorliebe könnte man den Brüdern Eklektizismus vorwerfen, wäre da nicht der Brennpunkt Marc Punc: Sein rebellisches Sentiment und seine lodernde Wehmut bündeln alles, in seinem Gesang verschmelzen sämtliche Einflüsse und Anleihen zu einem großen Ganzen. So auch im Song "One Last Ray Of Sunshine", dem schönsten aber wohl auch melancholischsten Stück des Albums, das einen Sommer lang an eine erfreuliche Zukunft der österreichischen Popmusik glauben ließ.

[top | [zurück]

b  

powered by treAngeli